2. Liga / VTK bezwingt Braunschweig

Hatte alle Hände voll zu tun: Libero Kristian Ewald / Foto: M. Sevenheck

VTK spielt unentschieden

Unentschieden im Volleyball? Seit wann gibt es das denn? Richtig, seitdem die Kieler Volleyballer letztes Wochenende zum Doppelheimspieltag eingeladen haben. Dabei folgte dem hart erkämpften 3:2 Heimsieg am Samstag gegen Braunschweig eine verdiente 1:3 Heimniederlage gegen Giesen/Hildesheim am Sonntag.

Die Marschroute für das Wochenende der Kieler war schnell gefunden. Samstag stand die Pflicht an, die einen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Braunschweig beinhalten sollte, und Sonntag ging es gegen den derzeitigen Tabellenführer Giesen/Hildesheim in die Kür. Dabei stand dem Trainer des VTK, Thomas Kröger, ein nahezu vollständiger Kader zur Verfügung. Lediglich auf Kapitän Björn Blumtritt musste Kröger weiterhin verletzungsbedingt verzichten.

Die Vorzeichen für die Kür standen dabei sehr gut. Konnte man selbst auf insgesamt 13 Spieler zurückgreifen, reisten die Gäste aus Braunschweig mit nur 8 einsatzfähigen Spielern an. Dass die Braunschweiger trotz einiger Ausfälle aber ein harter Konkurrent sind, zeigte sich gleich zu Beginn des 1. Durchgangs. Bis hin zur 2. technischen Auszeit konnte sich keine Mannschaft nennenswert absetzen. Dann kamen nacheinander jeweils die beiden 13er der Teams, Wichard Lüdje und Nils Rohde zum Aufschlag. Der Braunschweiger Lüdje brachte durch eine Aufschlagserie seine Mannen dabei mit 3 Punkten in Führung. Durch starke Angaben des Kielers Rohde konnte dann aber der Rückstand nicht nur egalisiert werden, sondern man ging selbst mit 2 Punkten in Führung. Diese Führung konnte dabei von den Kielern über die Zeit gerettet werden und man gewann den 1. Satz knapp mit 25:23. Was dann im 2. Satz passierte, passt sehr gut in die bisherige Saison der Kieler. Man schaltet ohne erkennbaren Grund mehrere Gänge zurück, agiert in allen Spielelementen viel zu fehlerhaft und kommt beim 12:25 gehörig unter die Räder. Der 3. Satz beginnt dann aber wieder vielversprechend und man kann sich schnell von den Gästen absetzen(7:2). Doch ebenso schnell verspielt man den sicheren Vorsprung wieder und beim 12:12 startet der Satz erneut. Dieses Mal sind es dann aber wiederum die Kieler, die vermehrt die Ballwechsel für sich entscheiden können und beim deutlichen 25:18 werden die Weichen wieder auf Heimsieg gestellt. Doch anstatt nun sicherer zu agieren und den Sack zuzumachen, sehen die 200 Zuschauer ein Spiegelbild des 2. Satzes. Lediglich bis zum 7:7 kann man den Satz offen gestalten, ehe die Braunschweiger davonziehen und mit einem 25:15 den Tiebreak erzwingen. In diesem entwickelt sich dann ein offener Schlagabtausch, der schlussendlich durch starke Aufschläge des Zuspielers Jannes Klee zu Gunsten der Kieler entschieden wird.  Auch wenn man spielerisch nur sehr selten glänzen konnte, wurde die Pflicht also erfüllt und die lautstarken Zuschauer konnten endlich wieder einen Heimsieg der Kieler sehen.

Nachdem die Kieler Mannschaft beim gemeinsamen Abendessen im Kieler Restaurant „Heinrich der Achte“ die Kohlenhydratspeicher aufgefüllt hat, stand am Sonntag nun die Kür an. Dabei merkte man den Kielern während des gesamten Spiels an, das man nun befreit aufspielen konnte. In allen Spielelementen agierten die Kieler besser als am Vorabend, jedoch galt dies noch deutlicher für den Gegner. So entwickelte sich beim 1:3 (19:25,25:20,17:25,21:25) ein Spiel auf gutem Bundesliganiveau und die Kieler zeigten gerade im gewonnenen 2. Satz, dass man zumindest phasenweise mit allen Teams der Liga mithalten kann. Letztendlich war es aber gerade dem sehr stark spielenden Diagonalangreifer der Gäste, Gavin Little, zu verdanken, dass die Kieler in den anderen Sätzen das Nachsehen hatten. In der kommenden Trainingswoche gilt es nun daran zu arbeiten, dass man diese Lockerheit auch mit in die Spiele gegen gleichstarke Teams nimmt, damit die Kieler aus den verbleibenden 2 Spielen vor Weihnachten in Essen und zu Hause gegen Ammerland wenn möglich noch 4 Punkte mit in die Weihnachtspause nehmen.

 

 

 

28.11.2011

Kieler Nachrichten: Mit der Last eines Rucksacks

Sieg und Niederlage für Volleyball-Zweitligisten VT Kiel

 

Von: Tamo Schwarz

Kiel. Die Statusmeldung auf der Facebook-Seite des Volleyball- Zweitligisten VT Kiel sprach gestern für sich: „Schön  ist was anderes, aber Sieg ist Sieg.“ Volleyballerische Magerkost hatte sich am Sonnabendabend den Zuschauern in der Hein-Dahlinger-Halle beim knappen 3:2 (25:23, 12:25, 25:18, 15:25, 15:12) gegen den USC Braunschweig geboten. Gestern Abend im zweiten Match des Wochenendes war dann beim 1:3 (19:25, 25:20, 17:25, 21:25)  gegen Tabellenführer TSV Giesen/Hildesheim wie erwartet nicht viel zu holen.

VT Kiel – USC Braunschweig 3:2

Das VTK-Team bleibt weiterhin ein Schatten der vergangenen Saison. In den gewonnenen Sätzen eins und drei mühte sich das Team von Coach Thomas Kröger zum Erfolg, hatte anfangs in Florian Huth den Verwerter der entscheidenden Chancen, profitierte im dritten Abschnitt von der Hereinnahme Daniel Krugs in der Mitte, der kurzfristig Akzente setzte und mit einem Ass auf 2:1 nach Sätzen erhöhte. Desolat jedoch der Auftritt fast aller Kieler im zweiten (12:25) und vierten Satz (15:25). Besonders in der Abstimmung zwischen dem nach der Verletzung von Björn Blumtritt ins kalte Wasser geworfenen Zuspieler Jannes Klee mit seinen Angreifern fehlt es noch an allen Ecken und Enden. Die Folge: Egal, ob Florian Huth, Nils Rohde und Bennet Poniewaz (eingewechselt) auf Außen oder Florian Lüdike und David Poniewaz (eingewechselt) im Diagonalangriff – sie alle arbeiteten sich am gut eingestellten  Braunschweiger Block ab, verbuchten eine schlechte Punktquote und schlugen zudem ebenso viele Bälle ins Aus wie die Mittelangreifer, wenn sie denn einmal von Klee eingesetzt wurden. Immerhin, an Kampfgeist mangelte es den  Kielern nie, was sich eindrucksvoll im Tie- Break zeigte. Ein Ass von Krug zum 10:7 und zwei Asse von Klee zum  13:10 brachten VT doch noch auf die Siegerstraße und beendeten zum rechten Zeitpunkt eine schwache Leistung im Aufschlag gegen einen USC, der ohne Libero angetreten war. Florian Lüdike verwandelte schließlich den Matchball und resümierte anschließend kritisch: „Die Annahme war unsere Baustelle, funktioniert jetzt aber besser. Durch die  Verletzung von Björn Blumtritt ist das Zuspiel jetzt eine neue Baustelle. Mit ihm sind wir einfach noch nicht gut  eingespielt. Aber der Sieg war extrem wichtig.“ Auch Thomas Kröger hält die Punkte für „gut für den Kopf und die  mentale Verfassung, denn jeder Spieler trägt momentan einen Rucksack mit sich herum, ist nicht so frisch. Sie alle  hatten heute Höhen und Tiefen“.

VT Kiel: Bargmann, Ewald, Huth, Klee, Krieblin, Krug, Lüdike, B. Poniewaz, D. Poniewaz, Rohde, Schmäschke, Sievers – Zuschauer: 150.


VT Kiel – TSV Giesen/Hildesheim 1:3


Trotz der Niederlage ein großer Schritt nach vorn. VT präsentierte sich gegen den Tabellenführer präziser, leidenschaftlicher und in der Abwehr reaktionsschneller als noch am Vortag. Das kostete den athletisch überlegenen, aber sichtlich genervten Favoriten einen Satz und Nerven bis zum letzten Ball. Auf Seiten der Kieler rechtfertigten die Zwillinge Bennet und David Poniewaz im Angriff mit viel Herzblut ihre Nominierung für die Start-Sechs. Ein Spiel, das das Gefühl einer geglückten Wende vermittelte.

VT Kiel: Bargmann, Ewald, Huth, Klee, Krieblin, Krug, B. Poniewaz, D. Poniewaz, Rohde, Schmäschke, Sievers – Zuschauer: 150.